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a.sitzwohl / 24.08.2026

Bei Winkler-Hermaden zu Besuch

Weingenuss & feine Kulinarik in der Südoststeiermark

Wo der Genuss zu Hause ist! Auf dem Kapfensteiner Kogel im steirischen Thermen- & Vulkanland lebt und arbeitet Familie Winkler-Hermaden seit vier Generationen mit der Natur. Das Ergebnis: Exquisite Weine und herzhafte steirische Kulinarik, die ihresgleichen suchen. 

Weingut Winkler-Hermaden in der Südoststeiermark
Seit dem 11. Jahrhundert thront das Schloss Kapfenstein auf dem Kapfensteiner Kogel im steirischen Thermen- & Vulkanland. Es ist seit 1918 im Besitz der Familie Winkler-Hermaden. | Foto: Winkler-Hermaden

Die Steiermark ist ein echtes Weinland, insbesondere der Weißwein fühlt sich hier wohl und wird auch überregional sehr geschätzt. Doch ein Weingut im Südosten des Landes, im Thermen- & Vulkanland, setzte schon früh und intensiv auf den Rotwein. In den 1970ern, als viele Betriebe in der Südoststeiermark noch gemischte Landwirtschaft betrieben und der Weinbau im Vergleich zu heute in den Kinderschuhen steckte, begannen Georg und Margot Winkler-Hermaden damit, sich intensiv mit dem Zweigelt zu beschäftigen.

 

Olivin nannten sie ihn, nach einem Halbedelstein, den man rund um den Kapfensteiner Kogel finden kann. Auch heute noch, wo mit dem ältesten von vier Kindern, Sohn Christof und seiner Frau Kathi, längst die nächste Generation das Ruder führt, ist der Olivin, ein reinsortiger Blauer Zweigelt, der wichtigste Wein des Betriebs. Nur die besten Trauben werden für diesen Wein vergoren, reifen darf er 24 Monate lang in der Kapfensteiner Eiche. Kapfensteiner Eiche deshalb, weil die genutzten Weinfässer eigens für das Weingut produziert werden, und zwar mit Holz aus den eigenen weitläufigen Wäldern rund um das Weingut.

 

Weinkeller von Weingut Winkler-Hermaden
Blick in den Weinkeller: Familie Winkler-Hermaden sieht den Hof und seine Ländereien als eine Gesamtheit, möchte möglichst autark wirtschaften und Nährstoffkreisläufe schließen. Der Gedanke reicht bis in den Weinkeller, denn das Holz für die Fässer stammt aus den eigenen Wäldern. | Foto: Winkler-Hermaden

Streifzug durch Winkler-Hermadens Rieden

Zu einem Wein, den man so lange begleitet wie den Olivin, baut man naturgemäß eine besondere Beziehung auf. Winzer und betriebsleitender Oenologe Christof Winkler-Hermaden erzählt, dass er aktuell auch auf die Riedenweine seinen Fokus lege. Besonders der Traminer und der Sauvignon von der steilen, nach Süden ausgerichteten Ried Kirchleiten mit ihren vulkanisch-sandigen Böden ergeben dank selektiver händischer Lese einen wunderbaren individuellen Wein. Der Großteil der 16 Rebsorten auf rund 38 ha Rebfläche gedeihe rund um den Kogel, erklärt Christof Winkler-Hermaden weiter, zwei Rieden befinden sich im südlicheren Klöch.

Der Erhalt der historischen Gemäuer und die Pflege der Ländereien liegen uns besonders am Herzen. 

Familie Winkler-Hermaden hat früh erkannt, dass der Boden Grundlage und Kapital zugleich ist. Seit 2009 werden die Flächen daher bio-organisch und seit 2023 bio-regenerativ, also mit Fokus auf Bodenverbesserung, bewirtschaftet. Christof Winkler-Hermaden blickt als Winzer und studierter Mikrobiologe ganz genau auf den Boden und weiß, was er braucht. Aber auch über den Weinbau hinaus experimentiert er beispielsweise mit Würzsaucen, alkoholfreien Drinks und eigenen Düngemitteln.

 

Christof und Kathi Winkler-Hermaden
Christof und Kathi Winkler-Hermaden führen das Weingut nun in vierter Generation. | Foto: Theresa Bentz

Schloss Kapfenstein im Wandel 

Das Schloss wurde im 11. Jahrhundert erbaut und hat über die Jahrhunderte Belagerungen, Zerstörung und Wiederaufbau erfahren. 1918 schließlich gelang es in den Besitz von Familie Winkler-Hermaden. Und auch seither war Schloss Kapfenstein einem steten Wandel unterworfen: Aus einer damals üblichen Mischlandwirtschaft wurde ein erstklassiger Weinbaubetrieb, der Buschenschank, den Christof Winkler-Hermadens Großeltern in der Nachkriegszeit betrieben, entwickelte sich zu einer der besten Adressen für kreativ-steirische Küche. Schwester Katharina und ihr Mann Johannes, als Jäger zugleich auch für das Wildbret auf der Karte verantwortlich, bringen im Schlossrestaurant die ganze kulinarische Buntheit der Steiermark auf den Teller.

 

Katharina und Johannes Winkler-Hermaden
Katharina und Johannes Winkler-Hermaden führen das Schlossrestaurant und verwöhnen ihre Gäste mit einer kreativ-steirischen Küche. | Fotos: Theresa Bentz

Weingenuss & Kulinarik 

Wer die steirische Küche ausgiebig genießen und die feinen Weine von Winkler-Hermaden probieren möchte, nächtigt am besten im Schloss. So bleibt genug Zeit, um die Schönheit der Landschaft zu inhalieren – zum Beispiel bei einem Picknick im Weingarten –, bei einer Besichtigung in die Geschichte des Schlosses einzutauchen und bei der Weinverkostung im Langen Keller sich in die besten Tropfen zu verlieben.

 

Übrigens: Wer den Wein abseits von Schlossmauern und Vinothek probieren möchte, hat seit Kurzem die Gelegenheit, das im neuen Urbani-Bistro bzw. der Urbani-Vinothek in Bad Radkersburg zu tun. Zu einer unglaublichen Weinvielfalt werden hier auch kalte und warme Tapas sowie Süßspeisen kredenzt. 

 

Picknick im Weingarten, Weingut Winkler-Hermaden
Wo lässt sich die steirische Kulinarik authentischer genießen als beim Picknick im Weingarten? | Foto: Marco Stix

 

Nähere Informationen finden Sie auf der Website des Bio-Weinguts Winkler-Hermaden.

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