Direkt zum Inhalt
medienkraft / 16.02.2026

Internationales Jahr der Bäuerinnen

Frauen in der Landwirtschaft sichtbarer machen

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerinnen erklärt. Mit dieser Resolution soll die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit sichtbar gemacht und ihre Leistungen für Betriebe, Familien und Gesellschaft anerkannt werden.

Weizenfeld, darüber blauer Himmel
Internationales Jahr der Bäuerinnen

Frauen in der Land- und Forstwirtschaft leisten oft mehr, verdienen aber weniger und haben eine geringere Absicherung als Männer. Sie haben häufig weniger Rechte, eingeschränkten Zugang zu finanziellen Ressourcen und sind in Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert, obwohl sie etwa die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittel produzieren. 
Mit dem Internationalen Jahr der Bäuerinnen soll der Fokus auf die Leistungen der Frauen in der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft gelegt werden. Gefordert wird ein weltweites Engagement, um tief verwurzelte Ungleichheiten anzugehen und die Gleichstellung der Geschlechter in den Agrar- und Ernährungssystemen voranzutreiben.
International vernetzen sich Bäuerinnen und Landwirtinnen unter dem Titel International Year of the Woman Farmer (IYWF 2026) bzw. online unter den Hashtags: #YearOfTheWomanFarmer und #IYWF2026.

Lage in Österreich

In Österreich werden rund 36 % der 101.000 landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geführt, weitere 12 % partnerschaftlich gleichberechtigt. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich im Spitzenfeld.
30.000 Direktvermarkterinnen bringen die Lebensmittel zum Konsumenten und zur Konsumentin. 
Viele Stunden unbezahlter Arbeit gehen in ehrenamtliche Einsätze in Schulen, um Kindern und Jugendlichen die Landwirtschaft näher zu bringen. Zahlreiche Bäuerinnen engagieren sich zudem in der Politik und in der Region für Umwelt, Natur, Ernährung und Konsumbildung.
Unterstützung erfahren Bäuerinnen in Österreich seit mehr als 50 Jahren von der Bäuerinnenorganisation. Diese Interessensvertretung der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft ist von der Orts- bis zur EU-Ebene vernetzt und setzt sich dafür ein, den Selbstwert der Frauen zu stärken, Gleichberechtigung zu fördern und die agrarische Welt aktiv mitzugestalten.

 

ZAMm unterwegs
Bereits 2009 wurde in Österreich von der ARGE Österreichische Bäuerinnen das Projekt „ZAMm unterwegs“ aus der Taufe gehoben, um Frauen im ländlichen Raum zu stärken. Das Ziel ist eine stärkere Präsenz von Frauen und eine aktive Mitgestaltung in agrarischen Entscheidungsgremien.
ZAMm steht für Zukunftsorientiert, Agrarwirtschaftlich und Motiviert – Zusammen für eine zukunftsorientierte Agrarwelt. Etwa 600 Bäuerinnen haben den von ZAMm unterwegs angebotenen Zertifikatslehrgang „Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum“ mittlerweile absolviert. In fünf zweitägigen Modulen eignen sich die Teilnehmerinnen hier Wissen und Fähigkeiten in den Bereichen Persönlichkeitsbildung, Agrarpolitik und -wirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit und Führungskompetenzen an.

 

4-Punkte-Plan für Österreich
Die Bäuerinnenorganisation in Österreich unter der Leitung von Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger hat das Internationale Jahr der Bäuerinnen zum Anlass genommen, um einen 4-Punkte-Plan zur Verbesserung im Leben von Bäuerinnen aufzustellen:
•    Finanzielle und rechtliche Absicherung stärken, um Altersarmut vorzubeugen.
•    Gendersensible Förderpolitik, die Innovationen von Bäuerinnen gezielt unterstützt.
•    Gesundheit und Care-Arbeit absichern, insbesondere durch niederschwellige psychosoziale Angebote.
•    Gleichstellung und Mitbestimmung ausbauen, mit dem Ziel paritätischer Repräsentanz.
“Dass Bäuerinnen noch immer strukturell benachteiligt werden und unterrepräsentiert sind, ist kein Frauen-, sondern ein Gesellschaftsproblem. 2026 soll das Jahr werden, in dem die Bäuerinnen jene Wertschätzung, die sie für ihre großartigen Leistungen verdienen, auch erhalten. Denn selbstbewusste Bäuerinnen bedeuten starke Betriebe, lebenswerte Regionen und ein sicheres Leben. Die Zeit zu handeln ist jetzt!“, so Irene Neumann-Hartberger.

Internationales Jahr der Bäuerinnen Logo

Weitere Informationen online:

Landwirtschaftskammer Österreich
https://www.fao.org/woman-farmer-2026/en 

 

Kommentare