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a.sitzwohl / 06.10.2026

Tourismus im (Klima-)Wandel

Fachtagung im oststeirischen Schloss Pöllau

Wie wird sich der Klimawandel auf den Tourismus auswirken? Diese Frage diskutierten Expertinnen und Experten gemeinsam mit Touristikerinnen und Touristikern am 1. Oktober 2026 im oststeirischen Schloss Pöllau. Bei der vom Tourismusverband Oststeiermark initiierten Fachtagung wurden Herausforderungen und Chancen beleuchtet und Perspektiven für die Betriebe und Destinationen aufgezeigt. 

Tourismus im (Klima-)Wandel
Tourismus im (Klima-)Wandel: Es diskutierten Erhard Pretterhofer (Finanzreferent Tourismusverband Oststeiermark), Oliver Felber (Vorsitzender Tourismusverband Oststeiermark), Marcus Wadsak, Clara Ploder (Moderation), Katrin Großschädl (Stell. Vorsitzende Tourismusverband Oststeiermark), Stefan Schindler (GF Tourismusverband Oststeiermark), Wolfgang Wiltschnigg (FUNBase Holzmeister), Peter Pircher (Biobauer und Gastgeber) und Prof. Ulrike Pröbstl-Haider. | Foto: Oststeiermark Tourismus/E. Hiebler-Texer

Am 1. Oktober 2026 trafen im oststeirischen Pöllau Expertinnen und Experten aus Tourismus, Wissenschaft und Wirtschaft aufeinander, um gemeinsam einen Blick auf die Zukunft der Branche zu werfen. Schließlich gehen klimatische Veränderungen (wie Extremwetterereignisse oder steigende Temperaturen) und veränderte Reisegewohnheiten der Menschen auch an der Tourismuswirtschaft nicht spurlos vorüber. Zugleich werden Regionen, wie zum Beispiel die Oststeiermark, auch von klimatischen Verschiebungen profitieren. So oder so: Dieser Wandel erfordert Anpassung, neue Strategien und nachhaltige Angebote. 

 

Genau deshalb lud der Tourismusverband Oststeiermark zu einer Fachtagung – Geschäftsführer Stefan Schindler zum Rahmen der Veranstaltung: „Der Tourismus befindet sich in einer Phase des Wandels. Es gilt, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen für eine erfolgreiche Zukunft unserer Region zu entwickeln.“ Michael Feiertag, Geschäftsführer des Steiermark Tourismus, fügt hinzu: „Die Bedürfnisse unserer Gäste verändern sich und mit ihnen auch die Anforderungen an touristische Regionen und Betriebe. Für die Steiermark liegt darin die Chance, ihre große Vielfalt noch stärker auszuspielen und Angebote gemeinsam weiterzuentwickeln. Der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Regionen, wie hier in der Oststeiermark, liefert dafür wertvolle Impulse.“

Einige Stimmen von der Fachtagung Tourismus im (Klima-)Wandel

Einführend beleuchtete der Meteorologe, Wettermoderator und Sachbuchautor Marcus Wadsak die aktuellen Entwicklungen des Klimas, wobei er auch auf die Auswirkungen der Klimaänderungen auf den Tourismus einging. In Zeiten von Hitzesommern und Dürreperioden auf der einen Seite und extremen Unwettern auf der anderen Seite würden sich die Menschen fragen, was mit dem Wetter eigentlich los sei, so Wadsak. Zugleich stehe auch der Tourismus vor großen Herausforderungen. Bedeutend sei, Gästen weiterhin ein breites Angebot bereitstellen zu können, die Frage sei, was in der Region zu tun ist, schilderte Wadsak die Problemlage in seinem Vortrag.

 

Prof. Ulrike Pröbstl-Haider, ehemalige Professorin für Landschaftsentwicklung, Erholung und Tourismus an der BOKU Wien, brachte die wissenschaftliche Perspektive ein und hob neben den Herausforderungen insbesondere die Chancen hervor. „Während kürzere Schneesaisonen, zunehmende Hitzebelastung und häufigere Extremwetterereignisse Anpassungen erforderlich machen, können Regionen durch innovative Strategien ihre Zukunft aktiv gestalten. Im Winter sind effiziente Beschneiungskonzepte, Kooperationen und Angebotsdiversifizierung entscheidend. Im Sommer gewinnen naturnahe Erholungsangebote, Sommerfrische sowie eine Verlängerung der Vor- und Nachsaison an Bedeutung“, so Prof. Pröbstl-Haider. Zugleich sei es wichtig, ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte zu berücksichtigen, auch die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung müssten einbezogen werden. Abschließend hebt Prof. Pröbstl-Haider noch den Urlaub im eigenen Land als wichtigen Beitrag zur Verringerung von Klimafolgen hervor, der zudem die regionale Wertschöpfung steigert.

 

Einen praxisnahen Einblick bot Wolfgang Wiltschnigg von der FUNbase Holzmeisterlift. Er sieht eine große Chance darin, die Regionen ganzjährig zu denken und jahreszeitenunabhängige Angebote zu schaffen. „Mit der Entwicklung des Holzmeisterlifts zur FUNbase versuchen wir, genau diesen Weg zu gehen und Sommer- und Wintertourismus miteinander zu verbinden. Für mich bedeutet nachhaltiger Tourismus vor allem, regionale Wertschöpfung zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und unseren Gästen auch in Zukunft ein attraktives Erlebnis in unserer Natur zu bieten“, so Wiltschnigg. 

 

Eine andere Stimme aus der Praxis kam von Biobauer und Gastgeber Peter Pircher, der ebenfalls, gerade was den Tourismus betrifft, kurz- und mittelfristig positiv gestimmt ist. Schwieriger sei die Lage in der Landwirtschaft, wo die negativen Folgen des Klimawandels und auch des globalen Tourismus doch stark spürbar sind. Die Lösung lautet für ihn biologische Produktion und das Ansetzen im eigenen Wirkungsbereich statt gegenseitiger Schuldzuweisungen. Man versuche „mit biologischer Kreislaufwirtschaft in der landwirtschaftlichen Produktion und regionalen, biologischen Zutaten in der Küche ein positives, klimafreundliches Zeichen zu setzen.“ Und hier spannt Pircher wieder den Bogen zum Tourismus: „Von unseren Feriengästen werden die Bemühungen geschätzt und durch Wiederkehr honoriert.“

Fazit der Fachtagung im Schloss Pöllau

Wie können Tourismusbetriebe auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren und was braucht es, um die Region auch langfristig als attraktive Urlaubsdestination zu positionieren? Diese Fragen standen im Zentrum der Diskussion. Durch die Verknüpfung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit praktischen Erfahrungen ergaben sich neue Lösungsansätze und Ideen für die Betriebe. Die Herausforderungen durch ein sich wandelndes Klima sind Fakt, die neuen Möglichkeiten, die sich ergeben, aber auch. Entscheidend wird sein, frühzeitig zu handeln und Innovative, mutige Konzepte zu entwickeln.

 

„Das große Interesse an unserer Fachtagung und die positive Resonanz weit über die Oststeiermark hinaus zeigen, wie wichtig der fachliche Austausch zu den aktuellen Herausforderungen und Chancen im Tourismus ist“, zog Stefan Schindler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Oststeiermark, Bilanz. Künftig ist daher geplant, jährlich Fachtagungen zu wechselnden Themen zu veranstalten.

 

Nähere Information zur Oststeiermark finden Sie auf: www.oststeiermark.com

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