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redaktion / 22.02.2017

„Heringsschmaus“ & Fastenspeisen

Heringsschmaus ganz ohne Hering

Mit dem Aschermittwoch endet der Fasching und die Fastenzeit beginnt. Nach fröhlichen Faschingsumzügen und anderen Brauchtumsveranstaltungen der letzen Tage und Wochen mit vielen Krapfen und dem einen oder anderen Gläschen Alkohol ist am Aschermittwoch traditionell der Heringsschmaus angesagt.

Fisch ist vielseitig und gesund, er bereichert unseren Speiseplan das ganze Jahr über. Doch gerade rund um die Fastenzeit kommt mancherorts besonders gerne Fisch auf den Tisch. Wir schauen uns den Klassiker Heringsschmaus an und interpretieren ihn neu, denn auch mit Süßwasserfischen schmeckt dieser Klassiker zum Aschermittwoch ausgezeichnet. 

 

Hier finden Sie die besten Fasten Rezepte und hier geht's zu den besten Fisch Gerichten

 

Woher kommt der Heringsschmaus? 

Das Haltbarmachen von Fisch in Form von Einsalzen und Einlegen reicht weit in die Geschichte zurück. Werfen wir einen kleinen Blick auf diesen Brauch. Die Tradition des Heringsschmauses entstand aus der Kombination zweier Umstände:

  • Zum einen gibt es die sehr alte kirchliche Regel, am Aschermittwoch sowie an anderen Fastentagen kein Fleisch zu essen. Wobei die Auslegung, was „Fleisch“ ist, hier zahlreiche humorvolle Umgehungen fand. So zählte man Otter und Biber in klerikalen Kreisen auch lange zu den Fischen, da sie ja im Wasser leben.
  • Zum anderen hatte auch der Handel weit über die Grenzen des Landes hinaus einen Einfluss auf die Entstehung der Heringsschmaustradition. Nachdem eingelegter Hering eine sehr gut haltbare und nahrhafte Proteinquelle darstellte, war er lange Zeit ein beliebtes Handelsgut, wodurch er seinen Weg auf Tische weit jenseits der Küsten fand. Und so verband sich der haltbar gemachte und somit ständig verfügbare Hering mit den kirchlichen Fastenregeln und wurde zum Grundbaustein und Namensgeber des Heringsschmauses.

Einmal ohne Hering – Vorhang auf für heimischen Fisch 

Ohne Frage sind Fische wie Hering, Makrele oder Sardine aufgrund ihrer Struktur und ihres Fettgehalts besonders gut für gewisse Formen des Haltbarmachens geeignet. Das heißt aber nicht, dass nicht auch unser heimischer Fisch das Potenzial hat – und somit die Möglichkeit bietet –, ihn in die üblichen Heringsschmausgerichte und Konserven zu verwandeln. Richtig gemacht, können Sie auch aus heimischen Flossenträgern selbst Konserven herstellen. Wir ersetzen den Lachs durch Lachsforelle (probieren Sie Gravad Lachsforelle, inspiriert vom nordischen Klassiker Gravlax), den Thunfisch durch Wels (Rezepttipp: Wels in Olivenöl) oder den Hering durch Forelle und Saibling (schauen Sie sich das Rezept Eingelegte Forelle an).

Süßwasserfisch kommt auf den Tisch!

Viele Meeresfische stehen bereits auf den „Roten Listen“ von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen, was bedeutet, dass sie vom Aussterben bedroht sind, wenn der Überfischung nicht Einhalt geboten wird. Wir tragen unseren Teil dazu bei, indem wir in Kochen & Küche hauptsächlich Fischgerichte mit heimischen Süßwasserfischen bringen – selbst zum „Heringsschmaus“ kann man Häppchen aus Reinanke, Forelle & Co ohne schlechtes Gewissen der Umwelt gegenüber genießen!

 

Die Fisch-Rezepte im Folgenden stammen aus dem Buch "F(r)isch auf den Tisch" von Taliman Sluga.

 

Räucherfisch in der Dose

Reinanken-Rollmops

Gabelbissen mit Räucherfisch in Kürbiskernölcreme

Kohlsuppe mit Haferflocken

Kohlsuppe mit Haferflocken

Gerstleintopf mit Rübengemüse

Bröselknödel in der klaren Gemüsesuppe

Chinakohleintopf mit Erdäpfelknödeln

Chinakohleintopf mit Erdäpfelknödeln

"Fast'nbeigl" (Fastenbeugel)

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